So gelingt der Jahresabschluss ohne Ausnahmezustand

Veröffentlicht 22. Mai 2026  | 4 Min. Lesezeit
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    Carsten Gerger

    VP Finance

Viele Finanzabteilungen behandeln den Monatsabschluss noch immer als großes Event. Diese Einstellung offenbart ein klares Strukturproblem. Die Diskussionen rund um den Jahresabschluss drehen sich meistens um reine Geschwindigkeit. Teams wollen schneller konsolidieren, prüfen und reporten.

Als ich 2016 die Finanzabteilung bei Lucanet übernahm, lagen wir bei rund 10 Millionen Euro ARR, der Abschluss war überschaubar und Excel erfüllte seinen Zweck. Heute steuern wir knapp 180 Millionen Euro über mehr als zehn Ländern hinweg, inklusive IFRS-Konsolidierung, CSRD-Anforderungen und einer Prüfungstiefe, die sich alle zwei Jahre verdoppelt. Was sich in dieser Zeit am stärksten verändert hat, ist nicht die Komplexität der Zahlen – sondern die Erwartung, wann diese Zahlen verfügbar sein müssen.

Geschwindigkeit allein löst jedoch kein strukturelles Problem. Die Dauer des Monatsabschlusses ist in der Regel nur ein Symptom. Sie benötigen zehn Tage, um Fehler zu identifizieren, Buchungen zu korrigieren und Abstimmungen nachzuholen. Dieser Zeitaufwand spiegelt exakt wider, was in den letzten 12 Montane des Jahres nicht sauber vorbereitet wurde.

Sie können diese Dynamik ändern. Durch eine konsequente Verlagerung der Arbeit aus dem Abschlussfenster in den laufenden Monat entlasten Sie Ihr Team. Sie beenden den periodischen Ausnahmezustand und schaffen einen kontinuierlichen, belastbaren Prozess für Ihr gesamtes Finanzwesen.

 

Warum der Abschluss nur das Symptom ist – und nicht das eigentliche Problem

Auch bei Lucanet standen wir vor dieser Herausforderung. Wir haben unseren Close von zehn auf sechs Tage reduziert. Das ist ein spürbarer Effizienzgewinn für das gesamte Team.

Die entscheidende Erkenntnis lag jedoch woanders. Wir haben diese vier Tage nicht durch bessere Abschlussprozesse gewonnen. Wir haben sie durch eine konsequente Verlagerung der Arbeit in den laufenden Monat erreicht. Der Fokus muss auf der täglichen Datenqualität liegen.

 

Jeder Tag zählt: So gestalten Sie Ihren Abschluss effizienter

Genau hier liegt der Kern des Umdenkens. Der Monatsabschluss als isolierter Prozess wird perspektivisch an Bedeutung verlieren. Wir schaffen ihn nicht ab. Er verliert lediglich seinen Ausnahmecharakter.

Sie erfassen, kontieren und stimmen jede Buchung am Tag des Geschäftsvorfalls korrekt ab. Intercompany-Differenzen sind für Sie in Echtzeit sichtbar. Sie aktualisieren Rückstellungen kontinuierlich, anstatt sie einmal monatlich zu schätzen. Der Abschluss ist dann nur noch einen Klick entfernt.

Das klingt nach Zukunftsmusik. Teile davon sind heute jedoch bereits Realität. Wir haben nahezu 100 Prozent unserer Eingangsrechnungen automatisiert. Automatisierung ist dabei kein Selbstzweck. Eine korrekt verarbeitete Rechnung verursacht am Monatsende keine zusätzliche Arbeit, wenn sie bereits am Tag des Eingangs richtig gebucht wird. Dasselbe Prinzip gilt für Revenue Recognition, Abgrenzungen und Währungsumrechnungen. Je näher die Verarbeitung am Geschäftsvorfall erfolgt, desto geringer ist Ihr Aufwand am Monatsende.

 

Lösen Sie organisatorische Silos auf

Die bestehende Organisation verlangsamt diesen Wandel in vielen Unternehmen stärker als die eingesetzte Technologie. Finance erstellt den Abschluss. Tax stellt das Steuer-Reporting sicher. Sustainability sammelt ESG-Daten. Alle Abteilungen basieren ihre Arbeit auf denselben Geschäftsvorfällen.

Sie arbeiten jedoch in unterschiedlichen Systemen und nach unterschiedlichen Zeitplänen sowie regulatorischen Standards. Jeder Abschluss bleibt ein Abstimmungsmarathon, solange diese Trennung besteht. Dabei spielt es keine Rolle, wie effizient einzelne Teams agieren.

Die Lösung liegt in der Auflösung dieser Silos. Sie benötigen eine Single-Source-of-Truth. Finanz-, Steuer- und Nachhaltigkeits-Reporting setzen auf dieser gemeinsamen Datenbasis parallel und konsistent auf. Dies ist keine rein technische Frage. Es ist eine klare Führungsentscheidung.

 

Schaffen Sie die Basis für vorausschauende und fundierte Entscheidungen

In Gesprächen betonen CFOs häufig, dass ihr Abschluss zu lange dauert. Die entscheidende Gegenfrage lautet dann: Was passiert an den übrigen 20 Tagen im Monat? Dort liegt Ihr größter Hebel.

Ein Unternehmen mit täglich sauberen Büchern benötigt keinen heldenhaften Sprint am Monatsende. Ein Jahresabschluss auf Basis von 12 sauberen Monatsabschlüssen wird zur planbaren Formalität. Finance muss sich vom periodischen Ausnahmezustand verabschieden und einen kontinuierlichen Prozess etablieren. Das Geschäft braucht aktuelle Zahlen für wichtige Entscheidungen.

Ihre Entscheidungen warten nicht auf den Monatsabschluss. Ihre Zahlen sollten es auch nicht tun. Wer saubere, konsistente Daten in Echtzeit verfügbar hat, schafft die Grundlage für belastbare Forecasts und strategische Entscheidungen.

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    Carsten Gerger

    VP Finance

    Carsten Gerger ist Vice President Finance bei Lucanet und bringt umfassende Erfahrung aus dem Finanz- und Beratungsbereich aus diversen Stationen in den letzten 20 Jahren mit. Er zeichnet sich durch seine tiefgreifende Finanzexpertise aus und versteht es hervorragend, finanzielle Analysen mit strategischen Unternehmensentscheidungen zu verzahnen. Bei Lucanet verantwortet er die Weiterentwicklung der Finanzprozesse und trägt maßgeblich zur finanziellen Steuerung des Unternehmens bei.

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