Jede Zahl eine Vertrauensfrage: Wie Finance in der Due Diligence überzeugt

Veröffentlicht 03. Sept. 2026  | 5 Min. Lesezeit
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    Carsten Gerger

    VP Finance

Der Verkaufsprozess startet, die Equity Story steht, der Käufer steigt in die Due Diligence ein. Und dann stellt sich heraus, dass die Finanzinfrastruktur des Targets dem Ganzen nicht standhält.

Unkonsolidierte Zahlen. Manuelle Reportings. Fehlende Planungsszenarien. Was folgt, ist kein technisches Problem. Es ist ein Vertrauensproblem. Und Vertrauen lässt sich nicht in wenigen Wochen nachbauen.

Knapp 150 Finance-Verantwortliche haben am Exit-Readiness-Webinar von Lucanet und Dealcircle teilgenommen. Das Thema wird in nahezu jedem M&A-Prozess früher oder später zum kritischen Punkt. Die Webinar-Aufzeichnung steht jetzt zur Verfügung. 

Die Frage, ob die Finanzen eines Unternehmens dem standhalten, was ein Käufer in der Due Diligence (DD) wirklich sehen möchte, entscheidet über Transaktionssicherheit und Bewertung. Aus der Arbeit im Finance-Bereich eines PE-finanzierten Softwareunternehmens kenne ich beide Seiten dieser Frage. Die Punkte, die ein Käufer aufmacht, unterscheiden sich kaum von denen, die Investoren und Wirtschaftsprüfer ohnehin regelmäßig stellen. Wer sie monatlich beantworten kann, hat den größten Teil der Vorbereitung bereits hinter sich.

 

Können Sie jede Zahl belegen?

In der Due Diligence zählt Überprüfbarkeit. Käufer fragen sich sofort: Wo kommen diese Zahlen her? Komme ich auf denselben Wert, wenn ich unabhängig prüfe?

Entscheidend ist dabei weniger die Höhe des EBITDA als die Fähigkeit des Finance-Teams, konsistent, schnell und verlässlich zu liefern. Die CFO Solution Platform von Lucanet erstellt Konzernabschlüsse in Multi-Entity- und Multi-Währungsstrukturen automatisiert, eliminiert Intercompany-Transaktionen und führt Abschlüsse nach HGB, IFRS oder lokalen GAAP parallel aus. Externe Wirtschaftsprüfer erhalten rollenbasiert Zugriff auf die Datenbank und können jeden Beleg selbst nachvollziehen. Das Gespräch dreht sich dann um den richtigen Ausweis, nicht mehr um die Herkunft einer Zahl.

 

Kennt Ihr Management seine eigenen Treiber?

Die Due Diligence prüft nicht nur die Vergangenheit. Sie prüft vor allem, ob ein Management-Team seinen eigenen Forecast versteht. Ein Plan, den nur der Controller erklären kann, überzeugt im Käufergespräch nicht.

Wer seinen ARR aus Marketing-Leads, Conversion-Rates und regionalen Winrates ableiten und Szenarien auf Knopfdruck aufzeigen kann, liefert Investoren eine nachvollziehbare Logik. Die Lösung Extended Planning and Analysis der CFO Solution Platform bildet operative Pläne, Cashflow-Planungen und Bilanzszenarien integriert und treiberbasiert ab. Wird eine Annahme verändert, zieht sie sich durch das gesamte Modell.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt All Inclusive Fitness. Holger Kunzmann, Head of Finance and Controlling, nutzt Lucanet auf der Buy-Side: Sobald ein Target interessant wird, liest sein Team historische Daten aus Excel, DATEV oder anderen Buchhaltungssystemen direkt ein. Mit den einheitlichen Strukturen lassen sich diese sofort mit den eigenen Zahlen vergleichen, Adjustments werden direkt vorgenommen, Cashflow-Szenarien automatisch weitergerechnet. Externe Berater erhalten über rollenbasiertes Rechtemanagement Zugang zu genau den Daten, die sie brauchen, und können direkt im System analysieren. Seit 2020 ist die Gruppe von 63 auf rund 197 Standorte gewachsen, rund 95 Prozent davon anorganisch. Lucanet ist dabei die Single-Source-of-Truth.

 

Was, wenn der Berater etwas findet, das Sie nicht auf dem Schirm hatten?

Informationsasymmetrie in der DD fällt fast nie zugunsten des Verkäufers aus. Stellt der Buy-Side-Berater kritische Punkte fest, die das eigene Team nicht kannte, ist Vertrauen schwer wiederherzustellen. Der Bewertungsabschlag entsteht dann selten aus dem Fund selbst, sondern aus der Frage, was sonst noch nicht bekannt ist.

Lucanet schafft strukturelle Transparenz: Jede Buchung hat einen Beleg, jede Konsolidierungsbuchung ist nachvollziehbar hinterlegt, der vollständige Audit-Trail ist jederzeit abrufbar. Das zahlt direkt auf Transaktionssicherheit und Bewertung ein.

 

Wo darf KI ran, wo lieber nicht?

In Finance und Tax gilt eine klare Regel: Deterministische Berechnungen müssen in 100 Prozent der Fälle korrekt sein. Dafür braucht es validierte Rechenlogik, keine kreative KI. Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob KI in Finance gehört, sondern an welcher Stelle der Prozesskette sie einen Fehler nicht verstecken kann. Überall dort, wo ein Mensch das Ergebnis ohnehin gegenprüft, spart sie Zeit, ohne Genauigkeit zu riskieren.

Der Lucanet Intelligence Core folgt genau dieser Logik. Kontenmappings, XBRL-Tagging und Varianzanalysen übernehmen Sprachmodelle. Die Finanzberechnungen selbst führt die Lucanet-Engine durch, die auf 25 Jahren Finance- und Tax-Expertise basiert. Besonders sichtbar wird der Nutzen in der Abweichungsanalyse. Nicht die Berechnung der Differenz ist die Arbeit, sondern das Verstehen der Zusammenhänge dahinter. Der Intelligence Core verknüpft Abweichungen in der GuV mit den zugrunde liegenden Treibern z. B. aus Vertriebs- oder Personaldaten und legt offen, welche Faktoren eine Abweichung tatsächlich erklären. Das Finance-Team validiert und entscheidet. In der Due Diligence verkürzt das den Weg von der Rückfrage zur belastbaren Antwort erheblich.

 

3 Anzeichen, dass Sie noch nicht exit-ready sind

Woran erkennen Sie, ob Ihre Finanzinfrastruktur einem Käufer standhält?

  • Sie brauchen mehr als eine Woche für einen belastbaren Monatsabschluss. Wer erst in der dritten Woche belastbar reportet, hat im laufenden Prozess keinen Puffer für Zusatzanfragen.
  • Ihre Szenarien entstehen in Handarbeit. Wenn eine geänderte Annahme Nacharbeit in mehreren Dateien bedeutet, fehlt die Szenariofähigkeit, die Investoren erwarten.
  • Sie können die Herleitung einer Zahl nicht sofort zeigen. Ohne durchgängigen Audit-Trail wird jede Rückfrage im Datenraum zum Risiko.

 

Trifft einer dieser Punkte zu, lohnt sich der Blick auf Ihr bestehendes Finanzsystem, bevor der nächste Prozess startet.

 

Exit Readiness als Betriebszustand

Exit Readiness ist kein Projekt, das man startet, wenn ein Verkaufsprozess beginnt. Ob ein Prozess gut vorbereitet ist, entscheidet sich in der Regel 12 bis 18 Monate vor dem ersten Käufergespräch. Finance-Teams, die monatlich auf Wirtschaftsprüfer-Niveau liefern, automatisiert konsolidieren und Szenarien auf Knopfdruck bereitstellen, haben beim nächsten Prozess nur einen weiteren Schritt vor sich. Mehr Daten, mehr Transparenz, mehr Vertrauen, aber keine fundamentale Neuaufstellung.

Lernen Sie die CFO Solution Platform kennen und entdecken Sie, wie Ihr Finance-Team M&A-Prozesse mit Transparenz, Geschwindigkeit und Vertrauen navigiert.

 

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    Carsten Gerger

    VP Finance

    Carsten Gerger ist Vice President Finance bei Lucanet und bringt umfassende Erfahrung aus dem Finanz- und Beratungsbereich aus diversen Stationen in den letzten 20 Jahren mit. Er zeichnet sich durch seine tiefgreifende Finanzexpertise aus und versteht es hervorragend, finanzielle Analysen mit strategischen Unternehmensentscheidungen zu verzahnen. Bei Lucanet verantwortet er die Weiterentwicklung der Finanzprozesse und trägt maßgeblich zur finanziellen Steuerung des Unternehmens bei.

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