Trend 1: KI steht auf der Finance-Agenda ganz oben – warum ROI-Monitoring entscheidend ist
Finanz- und Steuerabteilungen haben KI eindeutig zur strategischen Priorität erklärt. Doch Investitionen allein garantieren noch keinen Erfolg. Im Jahr 2026 verlagert sich der Fokus entscheidend von der Experimentierphase hin zur messbaren Wertschöpfung – und das erfordert eine engmaschige Überwachung von ROI und Business-Impact.
Der Realitätscheck fällt ernüchternd aus: Laut BCG liegt der durchschnittliche KI-ROI im Finanzbereich bislang bei rund 10 %, während viele Unternehmen mehr als 20 % anpeilen. Etwa ein Drittel der Finance-Leader berichtet, bisher kaum spürbaren Mehrwert erzielt zu haben. Die Ursachen sind oft teure Pilotprojekte, die den Sprung in die Produktion nicht schaffen oder nicht konsequent skaliert werden.
Für CFOs bedeutet dies, eine klare Governance rund um KI-Investitionen zu etablieren: messbare Erfolgskriterien vorab definieren, regelmäßige ROI-Reviews implementieren und bereit sein, Initiativen umzusteuern oder zu stoppen, die nicht liefern. Die Gewinner 2026 werden nicht diejenigen sein, die am meisten experimentieren – sondern diejenigen, die systematisch Wert nachweisen und das Funktionierende skalieren. Organisationen, die dies mit Disziplin vorantreiben, verwandeln KI von einer strategischen Priorität in einen echten Wettbewerbsvorteil.
Trend 2: Finanz- und operative Planung wird intelligenter – KI liefert die Agilität, die CFOs brauchen
In einer Welt voller Unwägbarkeiten ist vorausschauende Finanz- und operative Planung die Königsdisziplin – und KI ihre wichtigste Verbündete.
Deloitte berichtet, dass Finanzverantwortliche 2026 verstärkt auf Advanced Scenario Planning setzen. KI-Systeme analysieren aktuelle Daten und simulieren alternative Entwicklungen, etwa bei Markttrends, Wechselkursen oder Lieferkettenstörungen. Dadurch lassen sich Auswirkungen schneller erkennen und fundierter bewerten.
Eine PwC-Analyse zeigt, dass der Einsatz von KI in der Finanzplanung Prognosegenauigkeit und -geschwindigkeit um bis zu 40 % steigern kann. KI-gestützte Forecasting-Assistenten übernehmen Datensammlung und -bereinigung, sodass sich Analysten auf Interpretation und Ableitung von Maßnahmen konzentrieren können.
Für CFOs bedeutet das mehr Agilität und Handlungsspielraum genau dann, wenn es darauf ankommt. Finanz- und operative Pläne können häufiger aktualisiert, Chancen und Risiken früher adressiert und strategische Entscheidungen konsequent datenbasiert getroffen werden.
Trend 3: KI-Agenten automatisieren Routinen – Finance-Teams konzentrieren sich auf Entscheidungen
Ein weiterer zentraler Trend ist die Automatisierung von Finanzprozessen mittels KI-Agenten, also intelligente digitale Assistenten, die definierte Aufgaben selbstständig ausführen. Repetitive Aufgaben lassen sich so zu großen Teilen automatisieren, was Abschlüsse beschleunigt und Ressourcen frei macht.
Laut Gartner zählen Wissensmanagement, Lieferantenrechnungs-Verarbeitung und Fehler-/Anomalieerkennung bereits zu den häufigsten KI-Anwendungsfällen in Finanzabteilungen. So werden z.B. Eingangsrechnungen heute von KI-Systemen automatisch mit Bestellungen abgeglichen und verbucht – PwC berichtet, dass sich dadurch Durchlaufzeiten um bis zu 80 % verkürzen lassen.
Auch der Finanzabschluss profitiert. KI-Agenten unterstützen bei IC-Abstimmungen, identifizieren Buchungsfehler oder fehlende Belege und übernehmen routinemäßige Konsolidierungsschritte. In der Finanzberichterstattung kommen zunehmend KI-Tools zum Einsatz, die Entwürfe für Management Reports oder Anhangangaben erstellen.
Die CFO Solution Platform von Lucanet bringt diese Vorteile zum Leben. Unsere cloudbasierte Plattform vereint bewährte Finanz-Expertise mit leistungsstarken GenKI-Funktionen durch einen Intelligence Core mit integrierten KI-Agenten. Vom Consolidation and Financial Planning Copilot, der Datenabfragen beschleunigt und Analysen für präzisere Erkenntnisse vertieft, über den Copilot for Disclosure Management, der für konsistenten Ton und einheitliche Terminologie in Berichten sorgt, bis hin zum Tagger Agent, der Tagging automatisiert und den manuellen Aufwand drastisch reduziert –Lucanet verwandelt Routineaufgaben in automatisierte Workflows. Die Plattform bietet außerdem KI-gestützte Prognosen, intelligente Formelerstellung und sprachliche Abfragen mit automatischer Diagrammvisualisierung, sodass Finance-Teams von reaktiver zu strategischer Arbeit wechseln können.
Trend 4: Ohne saubere Daten verwandelt sich KI in einen kostspieligen Blindflug
Die beste KI nützt nichts, wenn die zugrundeliegenden Finanzdaten unvollständig oder inkonsistent sind.
2026 wird Datenqualität daher zu einem zentralen Differenzierungsfaktor für erfolgreiche KI-Nutzung im Finance-Bereich. CFOs reagieren darauf, indem sie verstärkt in Datenharmonisierung und integrierte Plattformen investieren, die Planung, Abschluss und Reporting verbinden.
Parallel dazu gewinnt KI-Governance an Bedeutung. Da KI-Modelle zunehmend operative und strategische Entscheidungen beeinflussen, steigen die Anforderungen an Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Kontrolle. Finanzverantwortliche etablieren Richtlinien für den KI-Einsatz, definieren klare Verantwortlichkeiten für Daten und Modelle und führen Validierungsprozesse ein, die KI-Ergebnisse prüfbar machen. PwC beobachtet, dass CFOs 2026 gezielt darauf hinarbeiten, KI-Ergebnisse erklärbar und compliant zu gestalten, um Vertrauen bei Vorstand, Prüfern und Regulatoren herzustellen.
Hinzu kommen neue Risikofelder. Unkontrollierte KI-Nutzung durch Mitarbeiter („Shadow AI“) sowie KI-gestützte Betrugsversuche erfordern klare Leitplanken und technische wie organisatorische Gegenmaßnahmen.
Unterm Strich wird die Fähigkeit, KI sicher, kontrolliert und verantwortungsvoll zu betreiben, 2026 zur Kernkompetenz im Finanzbereich. Unternehmen mit stabiler Datenbasis und robuster Governance schaffen die Voraussetzung für nachhaltigen KI-Erfolg.
Trend 5: KI-Kompetenz wird genauso wichtig wie Finanz-Fachwissen
KI verändert nicht nur Tools und Prozesse, sondern auch Rollenprofile in der Finanzorganisation.
Finanzabteilungen werden 2026 verstärkt in sogenannten „Human + Agent“-Workflows arbeiten werden. KI-Agenten übernehmen datenintensive Routineaufgaben wie Datenaufbereitung, Abstimmungen, Forecast-Updates oder Ausreißererkennung. Menschen konzentrieren sich stärker auf Interpretation, Szenarienbewertung und strategische Entscheidungen.
Diese Arbeitsteilung steigert die Produktivität, insbesondere bei begrenzten Ressourcen. Sie setzt jedoch neue Fähigkeiten voraus. Datenkompetenz und ein grundlegendes Verständnis von KI werden für Finanzmitarbeiter damit ebenso wichtig wie klassisches Fachwissen in Accounting, Controlling oder Reporting.
Deloitte beobachtet, dass Finanzabteilungen deswegen zunehmend Tech-Talente integrieren.