DRS 23 – Was bringt der neue Standard zur Kapitalkonsolidierung?

Am 23.02.2016 wurde der Deutsche Rechnungslegungs Standard (DRS) 23 „Kapitalkonsolidierung (Einbeziehung von Tochterunternehmen in den Konzernabschluss)“ durch das Bundesministerium für Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Der neue Standard ist verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 31.12.2016 beginnen. Eine frühere Anwendung wird empfohlen. Zielsetzung des DRS 23 ist es, die Vorschriften zur Kapitalkonsolidierung gem. §§ 301, 307 und 309 HGB zu konkretisieren. Dabei geht der neue Standard auf zahlreiche Anwendungsfragen der Erst-, Folge-, Ent- und Übergangskonsolidierung ein.

Das folgenden Whitepaper von Bianca Ihlenfeldt, Inhouse Consultant bei der LucaNet AG, und Stefan Krzepek, Senior Consultant bei der LucaNet AG, beleuchtet die wesentlichen Änderungen und Ergänzungen des neuen Standards.
 

Executive Summary

Mit der Bekanntmachung des DRS 23 hat ein deutlich erweiterter Standard zur Kapitalkonsolidierung seine Gültigkeit erlangt. Mit dem neuen Standard werden viele Einzelfragen nun als Grundsätze ordnungsmäßiger Konsolidierung festgeschrieben. 

So spezifiziert der neue Standard z. B. den Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung von Tochterunternehmen in den Konzernabschluss. Außerdem enthält DRS 23 Regelungen zu den in die Kapitalkonsolidierung einzubeziehenden Anteilen an Tochterunternehmen, den Wertansatz dieser Anteile sowie die Aufstellung von Neubewertungsbilanzen. Zudem werden Anwendungsfragen zur Erst- und Folgebilanzierung aktiver und passiver Unterschiedsbeträge sowie die Ermittlung einer dauerhaften Wertminderung eines Geschäfts- oder Firmenwerts thematisiert. Weitere Inhalte beziehen sich auf die Auf- und Abstockung von Anteilen an Beteiligungsunternehmen, weitere verpflichtende Anhangan-
gaben sowie das Thema der Übergangskonsolidierung. Darüber hinaus beschäftigt sich der neue Standard auch mit dem sehr praxisrelevanten Thema der Kapitalkonsolidierung im mehrstufigen Konzern.

DRS 23 ist verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die ab dem 01.01.2017 beginnen. Wie die folgenden Ausführungen zeigen, weckt der Standard insgesamt gemischte Gefühle. Grundsätzlich ist die Erweiterung der Regelungen zu begrüßen, jedoch zeigt die kritische Würdigung ausgewählter Regelungen auch, dass nicht alle Regelungen als praxistauglich eingestuft werden können.
 

Wesentliche Änderungen und Ergänzungen bei der Erstkonsolidierung

DRS 23 weitet die Regelungen zur erstmaligen Einbeziehung eines Tochterunternehmens im Vergleich zu DRS 4 aus. U. a. finden sich tiefergehende Regelungen zum Wertansatz bei sukzessivem Anteilserwerb. Demnach ist auch bei einem sukzessiven Anteilserwerb der Zeitpunkt ausschlaggebend, zu dem das Mutter-Tochter-Verhältnis entstanden ist. Eine tranchenweise Kapitalkonsolidierung ist nicht zulässig (DRS 23.9). Zudem findet beim Erwerb der Anteilstranche, die das Mutter-Tochter-Verhältnis begründet, kein Tauschvorgang bezogen auf die zu diesem Zeitpunkt bereits bestehenden Anteilstranchen statt. Eine Neubewertung bereits vorhandener Anteile zum beizulegenden Zeitwert ist demnach ausgeschlossen.

Darüber hinaus empfiehlt DRS 23 (...)

 

Inhalte

  • Änderungen und Ergänzungen im Vergleich zu DRS 4
  • Änderungen und Ergänzungen bei der Erstkonsolidierung
  • Änderungen und Ergänzungen bei der Folgekonsolidierung
  • Behandlung verbleibender Unterschiedsbeträge bei der Erst- und Folgekonsolidierung
  • Übergangskonsolidierung
  • Kapitalkonsolidierung im mehrstufigen Konzern
  • Kritische Würdigung spezifischer Regelungen

Seiten: 15

 

Autor

Bianca Ihlenfeldt, Stefan Krzepek
DRS 23 – Was bringt der neue Standard zur Kapitalkonsolidierung?

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