10.08.2016 - BilRUG: Überarbeitung der GuV-Gliederung notwendig

Bei kalendergleichem Wirtschaftsjahr müssen die GuV-Gliederungsschemata für das Wirtschaftsjahr 2016 (bei abweichendem Wirtschaftsjahr entsprechend später) angepasst werden. Denn durch das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) wurden die Posten „außerordentliche Erträge“ und „außerordentliche Aufwendungen“ sowie das „Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit“ und das „außerordentliche Ergebnis“ gestrichen. Zudem wurde die GuV um ein Zwischenergebnis erweitert. Das „Ergebnis nach Steuern“ ist zukünftig zwischen dem Posten „Steuern vom Einkommen und vom Ertrag“ und dem Posten „sonstige Steuern“ auszuweisen. Es stellen sich nun Fragen, wie bzgl. der Umstellung mit Vorjahreszahlen umzugehen ist.

Nicht zulässig ist, für das Vorjahr das Gliederungsschema vor Inkrafttreten des BilRUG, also unverändert, beizubehalten und in der Spalte des Berichtsjahrs bei den weggefallenen Posten einen Leerposten zu zeigen. Es müssen die Vorjahreswerte nur bzgl. der im Vergleich zu Vorjahr weggefallenen Posten, also der „außerordentlichen Erträge“ und „außerordentlichen Aufwendungen“ sowie die diesbezüglich geänderten Zwischenergebnisse, auf das neue Gliederungsschema (i. d. F. des BilRUG) umgegliedert werden, damit die Vorjahreswerte vergleichbar sind. Entsprechende Anhangangaben sollten diesen Umstand hinreichend erläutern.

Eine andere Vorgehensweise ergibt sich indes bei der erstmaligen Anwendung der Neudefinition der Umsatzerlöse. Hierbei ist eine Anpassung der für das Vorjahr ausgewiesenen Umsatzerlöse nicht vorzunehmen. Der Gesetzgeber löst das Problem der grundsätzlich fehlenden Vergleichbarkeit mit Artikel 75 Abs. 2 Satz 3 EGHGB. Demnach ist im Anhang oder Konzernanhang auf die fehlende Vergleichbarkeit der Umsatzerlöse hinzuweisen und unter nachrichtlicher Darstellung des Betrags der Umsatzerlöse des Vorjahrs, der sich aus der Anwendung von § 277 Absatz 1 in der Fassung des BilRUG ergeben haben würde, zu erläutern.

Wenn Sie weitere Fragen hierzu haben, sprechen Sie gerne Herrn Dr. Christoph Freichel (c.freichel@lucanet.com) und Herrn Michael Krömer (m.krömer@lucanet.com) an.