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Software und Beratung für
Business Intelligence im Rechnungswesen

is report, 10/2013


Meinung und Antwort

Gütesiegel ade?

Sehr geehrter Herr Duchon,

„Made in Germany“ gilt als Synonym für das deutsche Wirtschaftswunder. Doch während das „Made in Germany“ für die deutsche Wirtschaft ein Qualitätslabel darstellt, ist es für die Kommissare der Europäischen Union eine Ursprungsbezeichnung. Das birgt Gefahr für das Gütesiegel der deutschen Wirtschaft. Die Änderungen, die die EU zur Herkunftslandangabe plant, bringen zumindest nach Einschätzung von Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), unser „Made in Germany“ in ernsthafte Gefahr. Der DIHK-Präsident befürchtet vor allem einen Schaden für die Marke: Würden die Änderungen umgesetzt, „ist künftig nicht mehr sichergestellt, dass der Verbraucher auch das bekommt, was er bisher mit Made in Germany verbindet: Qualität, Technik, Design und eine Verarbeitung auf höchstem Niveau".
Die EU-Kommission verteidigte ihre Pläne gegen Kritik aus Deutschland und sieht das Gütesiegel „Made in Germany“ nicht in Gefahr. Die Kommission teilte mit, dass sie die Herkunftsbezeichnung weder abschaffen noch erschweren wolle.
Bereits im Juli 2013 zeichnete der Bundesverband IT-Mittelstand e. V. (BITMi) die Berliner LucaNet AG, Anbieter von Software und Beratung für Konsolidierung, Planung, Reporting und Analyse, mit dem Gütesiegel „Software Made in Germany“ aus. Das unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) stehende Gütesiegel „Software Made in Germany“ werde an Unternehmen verliehen, deren Produkte und Dienstleistungen den hohen deutschen Qualitätsstandards entsprechen. Ziel sei es, das Niveau deutscher Softwareprodukte zu unterstreichen und zu honorieren.
Nun, die LucaNet mit Hauptsitz in Berlin ist unstrittig ein deutsches Unternehmen. Aber wie schätzen Sie, Herr Duchon, die Lage für das der LucaNet verliehene Siegel „Software Made in Germany“ ein. Und werden Sie, Herr Duchon, ihre Lucanet-Lösungen auch künftig nur in Deutschland herstellen lassen oder ist das für das Siegel gar nicht notwendig?

Gespannt warte ich auf Ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen,

Eberhard Heins
Chefredakteur Fachmagazin is report

Unterschiedliche Qualitätsfaktoren

Auf die Rolle des Branchen-Siegels „Software made in Germany“ haben die Pläne der EU keinen bedeutenden Einfluss. Hier wird ganz unterschiedlichen Qualitätsfaktoren Beachtung geschenkt.

 

Das Siegel „Made in Germany“,  sehr geehrter Herr Heins, ist ja eigentlich ein Missverständnis. Die Briten führten es gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein, um so auf die zu Beginn der Industrialisierung schlechtere Qualität deutscher Produkte aufmerksam zu machen. Ein klassisches Eigentor. Denn deutsche Ingenieure und Handwerker lernten schnell dazu, und die Qualität deutscher Industrieprodukte überflügelte schon bald die anderer Länder.  „Made in Germany“ wurde in kurzer Zeit zu einem Gütesiegel für hervorragende deutsche Ingenieurskunst.

Das hat in den letzten mehr als hundert Jahren hervorragend funktioniert. In dieser Zeit hat jeder Produzent, jeder Fabrikant selber entschieden, ob er dieses Siegel einsetzt oder nicht. Solange er es nicht missbrauchte, war das auch völlig in Ordnung. Und niemand hat sich daran gestört.
Brüssel möchte das „Made in“-Siegel jetzt zum einen zur Pflicht machen. Zum anderen soll der Herkunftsort eines Produktes am so genannten Zollkodex festgemacht werden. Bisher gilt laut EU-Recht das Land als Herkunftsland, in dem die "letzte wesentliche, wirtschaftlich gerechtfertigte Be- und Verarbeitung" erfolgte. Künftig sollen für die Ursprungslandangaben aber Zollvorschriften, die sich an technischen Vorgaben, wie Warennummern und Wertschöpfungsanteilen, orientieren, entscheidend sein. Damit bliebe das Label "Made in Germany" zwar grundsätzlich erhalten. Viele Produkte dürften es aber nicht mehr tragen. Denn würde ein bestimmter Prozentsatz der nötigen Arbeitsschritte oder Bestandteile im Ausland erfolgen beziehungsweise hergestellt, bekäme das Produkt ein Herkunftssiegel aus diesem Land, aber eben nicht aus Deutschland. Und das auch dann, wenn Idee und Design aus Deutschland kommen und die wichtigsten Arbeitsschritte und die Qualitätssicherung hier erfolgen würden.
Außerdem brächte eine solche Regelung eine immense Komplexität mit sich – jeder Hersteller wäre dazu gezwungen, genau auseinander zu dividieren, welche Roh- und Hilfsstoffe nun genau welchen Anteil an der Wertschöpfung haben – bei einigen Produkten eine Lebensaufgabe.
Auf die Rolle des Branchen-Siegels „Software made in Germany“ haben die Pläne der EU keinen bedeutenden Einfluss. Hier wird ganz unterschiedlichen Qualitätsfaktoren Beachtung geschenkt: Da spielt nicht nur der Herstellungsort des Produktes eine Rolle, sondern auch weitere Kriterien:

  • Der Hersteller der Software ist ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland.
  • Die wesentlichen Herstellungsschritte der Software sind in Deutschland erfolgt.
  • Die Qualität der Software wird in Deutschland gesichert.
  • Die Benutzeroberfläche, das Hilfesystem, die Dokumentation und die Service- und Supportleistungen sind für den Endbenutzer multilingual bzw. in deutscher Sprache.
  • Die Zukunftssicherheit der Software wird für den bestimmungsgemäßen Einsatz vertraglich zugesichert.
  • Für die Software werden fünf belastbare Referenzen benannt.


Das Siegel muss für jedes Produkt und für jedes Jahr jeweils neu beantragt werden. Unternehmen, die auch nur eine der Voraussetzungen nicht mehr erfüllen, können das Siegel nicht neu beantragen.

Die LucaNet AG wird  ihre Produkte weiterhin in Deutschland herstellen. Und das nicht nur, um das Siegel „Software made in Germany“ weiter tragen zu können. Aber diese Auszeichnung zeigt, dass wir mit unseren hohen Ansprüchen an die Qualität unserer Produkte richtig liegen. Und diese Qualität liegt in der hier von uns aufgebauten Infrastruktur  und den exzellenten  Leistungen unserer Mitarbeiter begründet.

 

Dominik Duchon

Vorstand der LucaNet AG

 

 

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