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Business Intelligence im Rechnungswesen

Der Neue Kämmerer, Ausgabe 4, November 2013


Gesamtabschluss meistern

Erfolgreiche Umsetzung in vier Schritten

von Sascha Scholten


Ab 2016 ist die Erstellung des kommunalen Gesamtabschlusses in den meisten Bundesländern gesetzlich vorgeschrieben. Viel zu oft wird der kommunale Gesamtabschluss lediglich als bürokratische Hürde verstanden. Zu Unrecht, denn er kann als effizientes Steuerungs- und Kommunikationsinstrument dienen.


Die wachsende Zahl kommunaler Beteiligungen macht es häufig unmöglich, sich ein transparentes Bild der wirtschaftlichen Lage einer Kommune zu verschaffen. Der kommunale Gesamtabschluss soll dabei helfen, indem er als effizientes Steuerungs- und Informationsinstrument die bisher ausgelagerten Daten zusammenführt. Dabei wird die Gemeinde als einheitliches Unternehmen betrachtet. Ziel ist es, eine Gesamtübersicht über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Kommune zu ermöglichen. Kommunen sollten dieses Ziel in vier voneinander getrennten Schritten anstreben.

1. Definition Konsolidierungskreis

Im ersten Schritt geht es um die Frage, welche Beteiligungen in den Gesamtabschluss aufgenommen werden. Darüber entscheidet der Status der Konzernzugehörigkeit. Dieser hängt wiederum vom Prinzip der Einflussnahme (Control-Prinzip) sowie von dem dem in einigen Bundesländern normierten Prinzip der einheitlichen Leitung ab. Das Control-Prinzip besagt, dass nur diejenigen Einheiten in den Gesamtabschluss einbezogen werden sollen, die unter maßgeblichem Einfluss der Kommune stehen. Es ist ratsam, den „Konzern Kommune“ am Anfang so schlank wie möglich zu halten.

2. Erstellen der Eröffnungsbilanz

Im nächsten Schritt muss die Eröffnungsbilanz aufgestellt werden. Dabei muss das gesamte Anlagevermögen der Kommune vollständig erfasst und bewertet werden. Aufgrund des Ausmaßes der zu bewertenden Güter und des Mangels an konkreten Informationen ist das besonders aufwendig und kompliziert. Im Geltungsbereich der HGB-Regelungen wird ein Vermögensgegenstand mit den konkreten Anschaffungskosten bilanziert. In den Kommunen sind in der Regel die meisten Gegenstände, Bauten und Grundstücke vor langer Zeit angeschafft worden. Eine Dokumentation der genauen Werte ist meist nicht vorhanden. Diesem Problem kann durch die Ermittlung von Näherungswerten begegnet werden. Darüber hinaus empfiehlt sich die Hinzuziehung eines Wirtschaftsprüfers. Auch das Rechnungsprüfungsamt kann hier Unterstützung geben.

3. Vereinheitlichung

Die Zusammenführung der Einzelabschlüsse zu einem Summenabschluss setzt die Anpassung von Ansatz-, Ausweis- und Bewertungspflichten sowie die Vereinheitlichung des Abschlussstichtags voraus. Als
konsolidierungsvorbereitende Maßnahme müssen sämtliche Kriterien an die Vorgaben und Regeln der Konzernmutter angeglichen werden. Dies ist ein anspruchsvoller Prozess: In dem „Konzern Kommune“ werden unterschiedliche Rechtsgrundlagen angewendet. Während die Beteiligungen mit privatrechtlicher Rechtsform ihren Einzelabschluss nach HGB aufstellen, wenden die Gemeinden die Vorschriften der kommunalen Doppik oder Kameralistik an. Zusätzliche Normen aus dem Steuerrecht und spezielle Vorschriften wie zum Beispiel die Krankenhausbuchführungsverordnung führen zu einer noch größeren Vielfalt. Im Gesamtabschluss müssen diese unterschiedlichen Rechtsgrundlagen stimmig zusammengeführt werden. Für die Umsetzung ist der Einsatz einer professionellen Software empfehlenswert.

 

4. Vollkonsolidierung

Im Gesamtabschluss werden zunächst sämtliche Einzelabschlüsse zu einem
Summenabschluss zusammengefasst. Anschließend werden durch Konsolidierungsmaßnahmen die internen Verflechtungen zwischen den Konzernmitgliedern eliminiert.

Nach außen wird der „Konzern Kommune“ also wie eine wirtschaftliche
Einheit betrachtet. Die Vollkonsolidierung ist nach §§ 300–309 HGB analog immer dann anzuwenden, wenn die Konzernmutter – hier die Kernverwaltung – einen maßgeblichen Einfluss auf das Tochterunternehmen ausübt.

 

 

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