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Große Bilanzrechtsreform durch BilMoG


Am 8.11.2007 hat das Bundesministerium der Justiz (BMJ) den Referentenentwurf zur größten Bilanzrechtsreform seit dem Bilanzrichtliniengesetz (BiRiLiG) 1985 vorgelegt.

Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) hat Wirkung auf die gesamte Bilanzierungs- und Prüfungspraxis. Zielsetzung hierbei ist, das bewährte HGB-Bilanzrecht zu einer dauerhaften, und im Verhältnis zu den internationalen Rechnungslegungsstandards vollwertigen, aber kostengünstigeren und einfacheren Alternative weiter zu entwickeln. Dabei bleiben die Eckpunkte des HGB-Bilanzrechts – die HGB-Bilanz bleibt Grundlage der Ausschüttungsbemessung und der steuerlichen Gewinnermittlung – bestehen.

 

Nach Auffassung des BMJ wird durch die Änderungen „die Informationsfunktion des handelsrechtlichen Jahres- und Konzernabschlusses im Wege der Modernisierung der Rechnungslegungsvorschriften des HGB gestärkt. Die Rechnungslegungsvorschriften werden […] zu einer vollwertigen, aber kostengünstigeren und einfacheren Alternative zu den in Deutschland vom Mittelstand nachhaltig abgelehnten IFRS weiterentwickelt.“

 

Tatsächlich vollzieht der Entwurf eine deutliche Hinwendung zu den IFRS, und bisherige GoB werden massiv durchbrochen.

Die wesentlichen Änderungen im Konzernabschluss sind:

 

  • Bei der Kapitalkonsolidierung nur noch Neubewertungsmethode zulässig
  • Erstkonsolidierung nur noch auf den Erwerbszeitpunkt, auch bei sukzessivem Erwerb
  • Latente Steuern auch auf Erstkonsolidierungsdifferenzen Pflicht
  • Aktivierungspflicht für den Goodwill
  • Währungsumrechnung nach der modifizierten Stichtagskursmethode gesetzlich festgelegt

 

Noch gravierender sind folgende, wesentliche Änderungen für den Jahresabschluss:

 

  • Aktivierungspflicht für selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens (Entwicklungskosten!)
  • Wegfall von Rückstellungswahlrechten
  • Wegfall des Sonderpostens mit Rücklageanteil
  • Regelungen zum Hedge Accounting
  • Aktivierungspflicht für latente Steuern
  • Erfolgswirksame Zeitwertbilanzierung für bestimmte Finanzinstrumente
  • Vollkostenansatz bei Herstellungskosten
  • Wegfall von Abschreibungswahlrechten
  • Abzinsungsgebot für langfristige Rückstellungen
  • Passivierungspflicht für pensionsähnliche Verpflichtungen

 

Zudem kommen eine Vielzahl weiterer, kleinerer Änderungen sowie zahlreiche neue Anhangangaben hinzu. Überwiegend, aber eben nicht durchgängig, sind die Änderungen jedoch steuerneutral.

Bereiten Sie sich auf das BilMoG vor!

 

Was Sie erwartet, wie Ihr Jahres- und Konzernabschluss künftig aussehen wird und welche steuerlichen Konsequenzen beachtet werden müssen, erfahren Sie auf den Tagesseminaren der LucaNet Academy. Alle Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie hier...

 

 

Autor: Prof. Dr. Carsten Theile, Mitglied der Prüfungskommission bei der Wirtschaftsprüferkammer, Bochum

E-Mail: carsten.theile@fh-bochum.de

 

 

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